Immer mehr von uns wollen nicht nur auf Schadstoffe in der Nahrung verzichten, sondern auch die Kosmetik muss nachhaltig sein. Willst Du genau zu wissen, was drin ist, hilft nur eins: Deine Mundspülung selber machen! Was das hausgemachte Wässerchen alles kann und welche Rezepturen mit wenig Aufwand garantiert gelingen, erfährst Du hier.

Konventionelle Mundspülungen sind voller Chemikalien

Eine Mundspülung oder ein antibakterielles Mundwasser steht in fast jedem Bad. Bei akuten Entzündungen im Mundraum kann die Benutzung kurzfristig sinnvoll sein, doch von einem Langzeitgebrauch ist abzuraten.

Die handelsüblichen Produkte enthalten eine Menge Chemikalien, zum Beispiel Chlorhexidindigluconat, Cetylpyridiniumchlorid und Methylsalicylat. Die rufen nicht nur Schleimhautveränderungen, Verfärbungen von Zähnen und Zunge und unter Umständen ein gestörtes Geschmacksempfinden hervor.

Auch die nützlichen Bakterien in der Mundhöhle werden abgetötet, sodass eine normale Mundflora schlichtweg bei Dauergebrauch nicht mehr aufgebaut werden kann. Die Anwendung sollte daher wirklich nur auf Notfälle beschränkt bleiben.

Im Alltag empfiehlt sich eine natürliche Mundspülung oder ein Mundwasser, das auch leicht selbst hergestellt werden kann. Aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle werden Keime sanft bekämpft, ohne dass die Mundflora aus dem Gleichgewicht gerät.

Eine selbstgemachte Mundspülung sorgt für frischen Atem

Zwischen Mundwasser und Mundspülung gibt es einen Unterschied. Mundspülungen werden bei Zahnfleischerkrankungen oder Karies benutzt, ein Mundwasser sorgt für frischen Atem. Doch im Alltag nehmen es die meisten nicht so genau mit den Begriffen, weshalb beides in der Regel synonym benutzt wird.

Schuld am schlechten Atem sind vor allem zuckerhaltige Lebensmittel. Denn der wird mit jedem Stück Schokolade, jeder Kugel Eis und jeder Tasse Kaffee im Mund durch Mikroorganismen in Säure umgewandelt, die am Zahnschmelz nagt. Zwar sollte es zur Routine gehören, die Zähne zweimal am Tag zu putzen und die Zahnzwischenräume regelmäßig mit Zahnseide zu reinigen, allerdings ist es schlecht für den Zahnschmelz, wenn unmittelbar nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln geputzt wird.

Eine selbstgemachte Mundspülung leistet in diesem Moment einen guten Dienst. Sie kann ebenfalls ergänzend zur normalen Zahn- und Mundhygiene benutzt werden.

Hausgemachte Mundspülungen mit nur wenigen Zutaten

Während eine handelsübliche Mundspülung mindestens vier Euro kostet, schlagen die Zutaten nur mit einem Bruchteil davon zu Buche, wenn Du die Mundspülung selber machen willst.

Typische Zutaten, die für eine selbst gemachte Mundspülung verwendet werden, sind ätherische Öle wie Pfefferminz, Salbei, Teebaum oder Myrrhe. Auch frische Kräuter wie Kamille oder Minze, die eingekocht werden, finden sich in Mundwasser.

Der Geschmack kann hier mit entscheiden, riechen die Kräuter beim Zerreiben zwischen den Fingern, haben sie oft eine antibakterielle Wirkung. Natron wirkt neutralisierend gegen Säure und verhindert, dass der Zahnschmelz angegriffen wird. Der Birkenzucker, auch Xylit genannt, greift die Zähne im Gegensatz zu raffiniertem Industriezucker nicht an, sondern wirkt sogar vorbeugend gegen Karies.

 

Mundspülung selber machen: 5 Rezepte mit Gelinggarantie

 

1. Rosmarin-Minzspülung

Minze verleiht frischen Atem und Rosmarin wirkt antiseptisch. Die beiden Kräuter, die jeder im Garten hat oder im Topf auf dem Fensterbrett in der Küche züchten kann, geben eine ebenso harmonische wie effektive Mundspülung ab.

In einem kleinen Topf werden ein halber Liter stilles Mineralwasser, ein Teelöffel Rosmarinblätter, ein Teelöffel Minzblätter sowie ein Teelöffel Anissamen gegeben und sprudelnd aufgekocht und dann abgedeckt auf kleiner Flamme 20 Minuten ziehen gelassen. Anschließend mit dem Filter in ein sauberes Fläschchen oder einen anderen Glasbehälter füllen.

2. Salz-Salbei Mundspülung

Salbei wirkt antibakteriell und antiseptisch, sollte aber sehr sparsam benutzt werden. Daher reicht es, wenn die Mundspülung zu Hause gemacht wird, nur einen halben Teelöffel frischer Salbeiblätter mit einer Messerspitze Meersalz in einem halben Liter stillem Mineralwasser zum Kochen zu bringen.

Danach wird der Topf mit einem Deckel oder einem Teller abgedeckt und eine Viertelstunde ziehen gelassen. Dann kann die Mischung durchgesiebt und abgefüllt werden. Wenn feine Kräuterpartikel mit hineinrutschen, ist das nicht weiter schlimm.

3. Natron Mundspülung

Natron ist hoch effektiv in Sachen Mundhygiene und braucht keine weitere Zutat neben sich für dieses schnelle Mundwasser. Ein Teelöffel Natron in ein Glas Wasser gegeben – fertig ist die Natron Mundspülung. Sie wirkt schnell gegen Mundgeruch und erreicht auch Stellen, an die eine Zahnbürste nicht kommt.

4. Nelke-Zimt Mundspülung

Diese Mischung mutet orientalisch an und in der Tat ist die Nelke im Morgenland sehr beliebt zur Mundpflege. Auf einen halben Liter stilles Mineralwasser in einem Schraubglas wird erst eine Prise Meersalz gegeben und dann vier Tropfen ätherisches Nelkenöl sowie ein bis zwei Zimtstangen hinzugefügt. Das Glas wird gut verschlossen, durchgeschüttelt und muss mindestens zwei Tage ruhen, bevor die Mundspülung benutzt werden kann.

5. Minzmundspülung

Diese Spülung ist schnell selbst gemacht und hat den Vorteil, sofort benutzt werden zu können. Ein halber Liter lauwarmes stilles Mineralwasser wird in ein Schraubglas oder eine Flasche gegeben. Anschließend kommen 40 g Xylit, zwei Teelöffel Natron und 10 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl dazu. Danach wird das Gefäß verschlossen und die Mischung durchgeschüttelt, bis sich alle Zutaten miteinander vermengt haben. Die Mundspülung ist sofort gebrauchsfertig. Das Pfefferminzöl kann selbstverständlich nach Geschmack mit einem anderen ätherischen Öl ausgetauscht werden, wobei Minze immer noch der Klassiker ist, wenn es darum geht, den Atem zu erfrischen.

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