Lange vor der Erfindung von Bleaching und Mundwasser wandten Heilkundige die Kraft von Ölen an, um den Mundraum zu entgiften und die Zähne mitsamt Zahnfleisch durch Ölziehen sauberzuhalten. Auch in modernen Zeiten der Zahnmedizin ist diese Wirkung anerkannt. Ein geringer Zeitaufwand täglich genügt, um beispielsweise mit Kokosöl weiße Zähne zu erhalten und wiederzuerlangen.

Was ist Ölziehen?

Durch Ölziehen, im Ayurveda auch Kavala oder Gandusha genannt, werden schädliche Bakterien und Giftstoffe im Mundraum durch das Öl aufgenommen.

Die meisten Mikroorganismen im Mund sind Einzeller und haben eine Lipid-(Fett) Membran als Zellwand. Wenn die Zellen also mit Öl in Kontakt kommen, bleiben sie förmlich daran ‚kleben‘ und können nach dem Ölziehen zusammen mit dem Öl ausgespuckt werden.

Seit spätestens den 1990er Jahren gehört Ölziehen zu den festen Bestandteilen der Zahnmedizin. Allerdings ist es keine Neuentdeckung, sondern eher eine Wiederentdeckung uralter Heilrituale.

 

Herkunft der Kur mit Mundziehöl

Die ayurvedische Medizin verwendet natürliche Substanzen seit jeher zu Heilzwecken. Hier liegt der Ursprung des Ölziehens.

Das Prinzip ist seit mehreren tausend Jahren in Indien, der Wiege des Ayurveda, bewährt. Es blieb aber im modernen Alltag bis in die 1990er Jahre in der westlichen Zivilisation nahezu unbekannt. Dann erkannte Dr. F. Karach die Methode und führte sie in den USA in seine zahnärztliche Praxis ein.

 

Die Wirkung des Ölziehens

Öle nehmen Giftstoffe im Mund besonders gut auf und halten diese fest. Welches Öl zum Ölziehen am besten geeignet ist, bleibt dabei abhängig von dem gewünschten Ergebnis. So soll Kokosöl weiße Zähne machen, während Sesamöl wirksam bei verschiedenen Erkrankungen im Mundraum ist.

Laut der Lehre des Ayurveda ist die Zunge mit zahlreichen Organen wie Herz, Lunge und Nieren verbunden. Durch Ölziehen werden Enzyme im Speichel aktiviert, die verschiedene Giftstoffe binden und den Ausstoß von Schwermetallen in den Speichel fördern.

Die Schulmedizin ist sich trotz der vielen Jahre Erfahrung nicht einig, welchen tatsächlich nachweislichen Effekt Ölziehen haben könnte. Jedoch irren sich nicht tausende Jahre der Anwendung in den Vorteilen des simplen Prinzips.

Im Mundraum beginnt – neben den äußeren Einflüssen auf die Haut – die körperliche Gesundheit. Liegt hier ein Ungleichgewicht der Mundflora vor, kommt es zu entzündlichen Prozessen. Diese schädigen das Zahnfleisch, also den Zahnhalteapparat.

Gleichzeitig wird jeder Zahn angegriffen und schlimmstenfalls zerstört. Durch Ölziehen ist dieser Prozess gestoppt. Außerdem bilden die Ölpartikel eine Hülle im Mund, die geschmacksneutral bleibt und täglich für einen optimalen pH-Wert sorgt.

Viele Erkrankungen im Mundraum lassen sich mit dieser Methode natürlich und ohne Nebenwirkungen verhindern, stoppen und sogar heilen.

In einer Studie wurde die Wirkung von Ölziehen bei Gingivitis (Zahnfleischentzündung) untersucht mit dem Ergebnis, dass die Zahl der anaeroben Mikroorganismen im Mundraum deutlich abgenommen hat.

 

Weitere Vorteile & Beispiele für die heilsame Wirkung

Gesunde Zähne sind täglich Säureangriffen ausgesetzt. Durch das Ölziehen wird der Zahnschmelz geschützt. Schädliche Bakterien, die Mundgeruch verursachen, finden auf der behandelten Fläche von Zähnen und Zahnfleisch keinen Nährboden zur Entwicklung.

Somit kommt es auch nicht zur Zahnfleischentzündung, da Zahnbelag gar nicht erst entsteht. Doch bekannt ist aus der ayurvedischen Heilkunde auch die tiefergehende Wirkung des Ölziehens.

So muss sich das Immunsystem im menschlichen Körper weniger mit bakteriellen Angriffen aus dem Mundraum auseinandersetzen. Dadurch klingen vorhandene Erkältungen leichter ab. Einer Neuentstehung von grippalen Infekten oder einer unangenehmen Mandelentzündung kann bei ansonsten gesunder Lebensweise ebenfalls mit dieser natürlichen Methode vorgebeugt werden.

Auch Menschen mit gesundem Mundraum nutzen die Vorteile des Ölziehens. So lassen sich durch Ölziehen mit Kokosöl die Zähne weißer bekommen, ganz ohne aufwändiges Bleaching oder chemische Weißmacher.

Weitere häufig genannte positive Effekte von Ölziehen sind die Reduktion von Kopfschmerzen und die Verbesserung des Hautbildes.

 

Nebenwirkungen von Ölziehen und sogenannte ‚Erstverschlimmerung‘

Anfänger in der Praxis des Ölziehens beschreiben vor allem in den ersten Tagen eine Verstärkung vorhandener Beschwerden. Diese werden traditionell als Erstverschlimmerung bezeichnet.

Doch gerade diese Verstärkung zeigt, dass durch das Ölziehen der Körper intensiv mit dem Reinigen und der Entgiftung beschäftigt ist. Während sich Symptome ohne diese Kur schleichend verschlimmern, werden sie durch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Körper bei der Kur verbessert.

Etwas Geduld ist also nötig, um von den Vorteilen dieser Methode zu profitieren. Langfristig wird die Geduld mit einem insgesamt besseren Wohlbefinden und schönen, helleren Zähnen belohnt. Sofern allerdings nach spätestens einer Woche Anwendung keine Verbesserung auftritt, muss unbedingt der Zahnarzt oder Hausarzt für eine intensive Diagnose und rasche Therapie aufgesucht werden.

 

Die Ölziehkur

Ob zur Entgiftung oder für die Körperreinigung, für weiße Zähne oder einfach einen gesunden Mundraum: Es gibt verschiedene Öle, die sich zum Ölziehen eignen. Besonders populär ist das Zähneputzen mit Kokosöl, weil es gleichzeitig als Schönheitsmittel für weiße Zähne sorgt. Diese folgenden Öle wendet Ayurveda hauptsächlich an:

Ölziehen mit Kokosöl

Ölziehen mit Kokosöl ist am beliebtesten unter allen Methoden. Es wird aus Kokosnüssen gewonnen, und zwar aus dem getrockneten Fruchtfleisch durch Kaltpressen. Eine Sonderform ist Virgin Kokosnuss-Öl. Es wird direkt aus dem frischen Fruchtfleisch gepresst und enthält dadurch die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe. Auch wegen des angenehmen Kokosgeschmacks setzen viele Anwender auf dieses native Öl.

Eigenschaften von Kokosöl

Kaltgepresstes Kokosöl sieht weiß wie das Fruchtfleisch der Kokosnuss aus. Sofern das Öl eine Gelbfärbung zeigt, wurde es auf mindestens 60 °C erhitzt und ist dann weniger wertvoll.

Übrigens hält Kokosöl in seiner Zusammensetzung als Kokosfett sogar heiße Pfannentemperaturen aus, ohne gesundheitsschädliche Transfettsäuren zu bilden. Neben der wohltuenden Wirkung beim Ölziehen ist Kokosöl auch in Körperpflegeprodukten beliebt. Es hat auf der Haut eine Anti-Age-Wirkung und macht diese geschmeidig.

Kokosöl kann bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Eine Lagerung im Kühlschrank wäre sogar nachteilig. Denn dann kann sich zwischen Deckel und Inhalt Kondenswasser absetzen, worin schädliche Keime einen Nährboden finden.

Schon in antiken Schriften wird Kokosöl als Heilmittel gegen Zahnschmerzen und Gedächtnisschwund sowie viele weitere Beschwerden gepriesen. Der Grund hierfür ist die entgiftende Wirkung. Außerdem enthält das Öl der Kokosnuss eine Menge an Spurenelementen und Vitaminen, die nach dem Ölziehen mit Kokosöl im Körper zur Verfügung stehen.

Vorteile von Kokosöl

Dies sind die wichtigsten Vorteile beim Ölziehen mit Kokosöl:

  • Verbessert die Fähigkeit der Leber, sich vor Giftstoffen zu schützen und entlastet das Organ dadurch
  • Mindert entzündliche Prozesse in Magen und Darm
  • Antiseptische Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren
  • Aufhellende Wirkung auf die Zähne (natürlicher Weißmacher)
  • Geschmacksveränderung mit Nelke, Pfefferminze, Anis oder Zimt möglich

 

Welches Öl zum Ölziehen? Die Alternativen zu Kokosöl

Generell eignen sich verschiedene weitere Pflanzenöle für eine Kur. Der Handel bietet vor allem diese Varianten an:

Sesamöl

Die ayurvedische Medizin kennt außer der Ölziehkur auch das Ölkauen mit geröstetem Sesamöl. Es entgiftet rasch von schädlichen Stoffen, zum Beispiel bei Parodontose und akuten Zahnfleischentzündungen.

Sesamsamen enthalten bis zu 60 % Fett. Das kaltgepresste Öl eignet sich zum Ölziehen am besten. Eine angebrochene Flasche Sesamöl bleibt für drei Monate verwendbar, die geschlossene Flasche bis zu einem Jahr.

Die wertvollsten Inhaltsstoffe im Sesamöl sind gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, darunter etwa 44 % mehrfach ungesättigte Linolsäure. Weiter enthält es Spurenelemente, Kalzium, Mineralstoffe, Cholin und Lecithin. Sesamin und Sesamolin sind zwei Polyphenole mit starker antioxidativer Wirkung.

Außerdem verbessert Ölziehen mit Sesamöl den Cholesterinspiegel, die Herztätigkeit und die Blutgerinnung. Auch vorbeugend gegen Osteoporose und stärkend für Zähne und Knochen lässt sich Sesamöl verwenden.

Im Vergleich zu anderen Ölsorten dringt Sesamöl besonders tief ins Gewebe ein, wo es Schadstoffe und schädliche Keime bindet und aus dem Gewebe wegbefördert. Die Verwendung gerade dieser Ölsorte ist vor allem im indischen Ayurveda Teil der traditionellen Heilmethoden.

Weizenkeimöl

Weizenkeimöl gehört weltweit zu den teuersten Ölsorten. Durch Kaltpressung unter 28 °C bleiben die Nährstoffe und Spurenelemente erhalten. Ölziehöle aus dem Weizenkeim sind unter der Bezeichnung „nativ extra“ am wertvollsten. Dabei kommt außer der Kaltpressung auch die CO2 Extraktion für längere Haltbarkeit in Frage.

Am besten lagern Flaschen mit Weizenkeimöl kühl und dunkel im Kühlschrank. Nach dem Öffnen muss der Inhalt nach spätestens acht Wochen aufgebraucht werden. In der verschlossenen Flasche hält das Öl für etwa ein Jahr.

In Weizenkeimöl ist so viel Vitamin E enthalten, dass nur ein Esslöffel den gesamten Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen deckt. Weitere Inhaltsstoffe sind einfach und mehrfach ungesättigte sowie 19 % gesättigte Fettsäuren. Vitamine A, B, D, E und K sowie Magnesium, Mineralstoffe und Carotinoide sind ebenfalls in großer Menge enthalten.

Weizenkeimöl regt den Stoffwechsel an und wirkt antioxidativ. Es schützt damit vor Alterserscheinungen sowie vor freien Radikalen, die für vielerlei Erkrankungen verantwortlich sind.

Nach Operationen wird das Öl zur Narbenheilung eingesetzt. Schwangere verhindern durch regelmäßiges Einreiben Dehnungsstreifen.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl darf nur in kleinen Mengen verwendet werden, da es bei Überdosierung toxisch wirkt. Dennoch ist es reich an Biotin und Beta Karotin, Vitamin C, E, B1 bis B69, Folsäure, Selen sowie Magnesium.

Als günstig ist seine Wirkung bei Asthma, Erkrankungen der Harnwege, Verdauungsstörungen, Bluthochdruck, allergischen und rheumatischen Erkrankungen sowie Fußpilz und Schuppenflechte bekannt. Die enthaltenen ätherischen Öle im Schwarzkümmel wirken antimykotisch, desinfizierend und antioxidativ.

In der Schönheitspflege wird Schwarzkümmelöl sogar auf dem Haar angewendet. Es lässt die Haare glänzen, macht sie geschmeidig und kräftigt die Haarwurzeln direkt in der Kopfhaut. Auch Akne wird durch regelmäßige Pflege mit Schwarzkümmelöl sanft und nachhaltig gelindert.

Ölziehen mit Schwarzkümmelöl lindert außerdem Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen und ähnliche Defizite. Nur wenig vom Öl reicht für die gewünschten Effekte aus. Wer ein wenig davon verschluckt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Denn auch bei der Aufnahme über den Magen setzt die gewünschte Wirkung ein.

Olivenöl

Olivenöl ist das weltweit am meisten verwendete Öl. Es wird in seiner besten Qualität aus den frischen Oliven kaltgepresst. Natives Olivenöl kann außer zum Ölziehen auch zum Garen bei bis zu 180 °C verwendet werden.

Olivenöl wird am besten dunkel und kühl gelagert. So hält es sich für bis zu zwei Jahre in der geschlossenen Flasche. Ausflockungen bei der Kühllagerung verschwinden bei Zimmertemperatur sofort wieder und stellen keine Qualitätsbeeinträchtigung dar.

Linolsäure verarbeitet der Körper nur zusammen mit Vitamin E. Beides ist im Olivenöl enthalten. Außerdem gehören viele Mineralstoffe, Kalzium wie in Kuhmilch, antioxidative Stoffe sowie einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen.

Olivenöl senkt den Cholesterinspiegel und schützt somit vor Herzinfarkt oder Arterienverkalkung. Wichtige Wirkungen sind auch bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und der Funktionsunterstützung von Leber und Galle zu verzeichnen. Beim Ölziehen sind vor allem die entzündungshemmenden Polyphenole positiv.

Leinöl

Die Verwendung von Leinöl ist sowohl im Ayurveda als auch der westlichen Heilkunst bekannt. Gegen Infekte des Mund- und Rachenraumes sowie zur Linderung asthmatischer Erkrankungen wird es heute noch eingesetzt.

Besonders populär ist Ölziehen mit Leinöl allerdings nicht. Das liegt am recht herben Geschmack, der sich nur durch Beimischung von anderen Ölen (zum Beispiel Sonnenblumenöl) abmildern lässt.

Die Leinsamen werden zum Ölziehen kaltgepresst, ergeben aber nur eine geringe Ausbeute von kräftigem Ölgeschmack. Ein bisschen erinnert der Geschmack an Fisch, weil viele Omega-3-Fettsäuren enthalten sind.

Allerdings bedeuten diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch eine kurze Haltbarkeit. Bei kühler und dunkler Lagerung hält sich das oxidationsempfindliche Leinöl für zwei bis drei Wochen (angebrochen).

Es sollten nur kleine, frisch gepresste Mengen gekauft werden, da der Verfall sofort ab Herstellung beginnt. Besonders wirkungsvoll ist das Ölziehen mit Leinöl bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zur Regulierung des Blutzuckerspiegels.

Sonnenblumenöl

Außer in der ayurvedischen Medizin kennt auch die russische Heilkunst das Ölziehen zum Entgiften und Heilen. Einfaches Sonnenblumenöl, wie es in der Küche zum Braten und Backen verwendet wird, schmeckt angenehm mild und ist sehr nährstoffreich.

Doch es hat bei der Verwendung im Mundraum nur noch wenige guten Inhaltsstoffe. Diese Sorte wird bei beinahe 220 °C extrahiert, wodurch der Geschmack gleichfalls mit neutralisiert wird.

Eine gute Qualität bietet kaltgepresstes Sonnenblumenöl. Es enthält noch fast alle essentiellen Fettsäuren und eine Menge Vitamine, so lange es nicht über 30 °C erhitzt wird.

Speziell zum Ölziehen werden besonders gezüchtete Sonnenblumen gezogen. Deren Ölsäuregehalt liegt um ein Vierfaches höher als bei jeder herkömmlichen Sonnenblumensorte. Sonnenblumenöl ist lichtempfindlich und hält sich für etwa ein Jahr (verschlossen) bei kühler und dunkler Lagerung. Ein Ausflocken des gekühlten Öls stellt keine Qualitätsminderung dar und verschwindet bei leichter Erwärmung wieder.

Die enthaltene Linolsäure schützt die Zellen und wirkt antioxidativ. Werden dieser Inhaltsstoff und all die Vitamine und Spurenelemente über die Mundschleimhaut aufgenommen, wirken sie positiv im ganzen Körper. Sonnenblumenkerne enthalten übrigens mehr Eiweiß als Eier, Fleisch oder Käse.

Macht Ölziehen mit Kokosöl weiße Zähne?

 

Der Effekt hellerer Zähne beim Zähneputzen mit Kokosöl ist tatsächlich zu beobachten. Das liegt unter anderem an der guten antiseptischen Wirkung dieses Öls. Selbst Kinder können zur Kariesvorsorge schon mit einer Kur beginnen.

Im Unterschied zu anderen Weißmachern wirken hier keine Schleifkörper oder chemischen Aufheller. Vielmehr zieht das Kokosöl Verfärbungen, Plaque und verfärbende Bakterien von Zähnen und Zahnfleisch.

Neue Ablagerungen können auf der glatten, intakten Oberfläche des Zahnschmelzes kaum nachfolgen.

Wichtig dafür, mit Kokosöl saubere, weiße Zähne zu bekommen und zu behalten, ist die regelmäßige Anwendung. Empfehlenswert ist die Kur am Morgen, weil dann alle schädlichen Keime sofort aus dem Mundraum entfernt werden. Nach Bedarf eignet sich auch Ölziehen abends vor dem Zähneputzen für eine gründliche und aufhellende Wirkung.

Ölziehen Anleitung in vier Schritten

 

Der Anfang einer Ölziehkur mag zunächst aufwändig erscheinen. Doch schon nach zwei bis drei Tagen Gewöhnung berichten Anwender von den zahlreichen Vorteilen einschließlich eines angenehmen Mundgefühls. So werden die vier Schritte durchgeführt:

Erstens: Mundraum und Körper vorbereiten

Vor der täglichen Kur soll nichts gegessen und getrunken werden, auch kein Wasser. Eine Prothese wird nicht vorher eingesetzt oder vor dem Ölziehen herausgenommen. Wer den reinen Ölgeschmack nicht mag, kann diesen durch wenige Spritzer Zitronensaft verbessern. Zur Behandlung konkreter Symptome können Lavendel oder Fenchel, Pfefferminze oder Anis, Rosmarin oder Teebaumöl in kleiner Menge beigemischt werden. Günstig ist es, solche Mischungen gleich für die komplette Dauer der Kur zuzubereiten. Aber nur wenige Tropfen ätherischer Öle dürfen beigemischt werden. Zwölf bis 15 Tropfen reichen auf eine Menge des Mundziehöls von 500 ml.

Zweitens: Die Anwendung

Ein Esslöffel Öl wird nun in den Mund genommen. Für 20 Minuten wird das Öl gekaut, zwischen den Backenseiten bewegt und durch die Zähne gesaugt. Kleine Pausen zwischen den unverkrampften Bewegungen lassen das Öl besser auf die Mundschleimhaut einwirken. Ein Phänomen beim Schlürfen, Saugen und Drücken können trotz entspannter Prozedur Muskelkrämpfe sein. Bei übersäuertem Muskelgewebe besteht dieses Risiko, das allerdings während der Ölziehkur rasch beseitigt wird.

Wichtig: Das Öl nicht schlucken! Es enthält diejenigen Giftstoffe und Keime, die eben aus dem Körper abtransportiert werden sollen.

Drittens: Die Entsorgung des Öls

Nach 20 Minuten ist das Öl dünnflüssig und weißlich verfärbt. Um die nun gebundenen Gifte nicht in den Wasserkreislauf zu geben, empfiehlt sich das Ausspucken in ein Küchentuch, das dann im Hausmüll landet. Nun wird der Mund sorgfältig mit Wasser nachgespült. Dabei werden verbliebene Ölreste aus dem Mund entfernt.

Wichtig bei versehentlich verschlucktem Öl: Ölreste wie beschrieben ausspucken und die Kur sofort wiederholen!

Viertens: Zähne putzen als Abschluss

Jetzt werden die Zähne wie gewohnt geputzt, jedoch ohne Zahnpasta. Die Reinigung hat vorher schon das Öl erledigt, und zwar viel gründlicher. Nach Bedarf kann außerdem die Reinigung mit Zahnseide oder Zahnsticks ergänzt werden. Das Ergebnis sind eine völlig glatte Zahnoberfläche und ein weiches, angenehmes Mundgefühl.

Optimale Häufigkeit

Die Prozedur des Ölziehens wird einmal täglich empfohlen. Diese Häufigkeit reicht aus, um den Körper über die Mundschleimhaut intensiv zu entgiften und das Immunsystem bei der Heilung entzündlicher Prozesse zu unterstützen. Der gewünschte, reinigende und wohltuende Effekt wird durch häufigeres Ölziehen nicht verstärkt, aber auch nicht abgeschwächt. Wer die wohltuende Wirkung öfter am Tag wünscht, kann also ohne nachteilige Auswirkungen auch zwei- bis dreimal täglich seine Ölziehkur vornehmen.

Optimale Dauer

Die Dauer der Kur richtet sich nach dem Beschwerdebild. Vorbeugend genügt eine Kur von zwei Wochen, heilend eher vier Wochen bis drei Monate. Sollen chronische Beschwerden gelindert oder beseitigt werden, kann die Kurdauer auch länger andauern. Sind Beschwerden behoben, verhindert das Ölziehen für drei aufeinanderfolgende Tage pro Monat erneutes Aufflammen unangenehmer Symptome.

Besser morgens oder abends Öl ziehen?

Traditionell ist der Morgen die beste Zeit zum Ölziehen. Jetzt sind Keime und Ablagerungen sowie Toxine besonders intensiv im Mundraum vorhanden. Aber es spricht auch nichts dagegen, vor dem Mittagessen die Kur zu wiederholen und das Ölziehen abends vor dem Schlafengehen in den Tagesablauf zu integrieren.

Erfahrungsberichte über das Ölziehen und seine Auswirkungen

Anwender des Ölziehens berichten bereits wegen der Dauer und bewussten Prozedur von einem besseren Wohlbefinden. 20 Minuten lang konzentrieren sie sich einzig auf die Bewegung und die Pausen. Damit findet schon am Morgen eine wertvolle Entschleunigung statt, die den Menschen für den ganzen Tag leichter mit Stress umgehen lässt. Ebenfalls wird von der mentalen Auswirkung berichtet, die durch die minutenlange Beanspruchung der Lach- und Kaumuskeln entsteht. Direkte Erfahrungsberichte beschreiben das frische und weiche Gefühl im Mundraum unmittelbar nach dem Ölziehen. Zunge, Zahnfleisch und Zähne sind spürbar glatt. Geschmacklich gibt es sehr unterschiedliche Berichte. Während die einen Anwender mit purem Öl arbeiten, verändern andere mit wenigen Tropfen ätherischer Öle diesen Geschmack nach eigenem Tagesempfinden.

FAQ zum Ölziehen

Grundsätzlich gibt es für das Ölziehen keine Gegenanzeigen. Dennoch sollen hier die häufigsten Fragen zur Methode beantwortet werden:

1. Ist Ölziehen mit Almalgam-Füllungen erlaubt?

Amalgamfüllungen enthalten Quecksilber. Dieses wird zwar vom Öl aus der Füllung gelöst, kann aber vom Mundziehöl nur teilweise gebunden werden. Deshalb sollte vor einer Kur eine Zahnsanierung erfolgen. Anschließend kann das Öl bei der Kur verbliebene Restgifte aus dem Mundraum entfernen.

2. Gibt es beim Ölziehen während einer Schwangerschaft Risiken?

Sich während einer Schwangerschaft für das Ölziehen zu entscheiden, ist eine sehr positive Idee. Denn die entgiftenden und entzündungshemmenden Wirkungen der Kur nützen dem Organismus und sogar dem gesunden Heranwachsen des Embryos. Nebenwirkungen gibt es dabei nicht, außer vielleicht ein durchweg angenehmeres Mundgefühl und die Gewissheit, Keime und Schadstoffe sicher und vollständig ausgeleitet zu haben. Die Bewegungen und der zeitliche Aufwand bedeuten schon am Morgen bewusstes Handeln, was gleichzeitig entspannend wirkt und somit gerade in der Schwangerschaft die seelische Balance verbessern kann.

3. Ist Ölziehen mit Zahnspange empfehlenswert?

Das Tragen einer Zahnspange erfordert eine ganz besonders gründliche Mundhygiene. Daher ist Ölziehen genau richtig, um schädlichen Keimen von vornherein zu begegnen. Gleichzeitig verschwindet durch die Anwendung zwei- bis dreimal wöchentlich ein trockenes Gefühl auf den Lippen. Häufig bildet sich beim Tragen von Zahnspangen Zahnstein. Auch dieser setzt sich durch das Ölziehen gar nicht erst an.

4. Darf ich nach dem Frühstück Ölziehen?

Der entgiftende Effekt des Ölziehens ist morgens direkt nach dem Aufstehen am besten. Wird vorher getrunken oder gegessen, dann wandern Giftstoffe aus dem Mundraum längst in den Körper. Daher sollten die wichtigen 20 Minuten der Kur bald zur Gewohnheit VOR dem Frühstück werden.

5. Ist Ölziehen bei Medikamenteneinnahme erlaubt?

Auch für die Einnahme von Medikamenten gilt beim Ölziehen: Erst die Kur, dann die Medizin. Denn ohne die schädlichen Bakterien und Schadstoffe im Mundraum kann die Arznei viel direkter im Körper aufgenommen werden und somit besser wirken.

6. Dürfen schon Kinder das Ölziehen praktizieren?

Im Alter von etwa sechs Jahren sind Kinder reif genug, um das Öl beim Ölziehen nicht zu schlucken. Es sollte vor der ersten Kur eine umfassende Aufklärung durch die Eltern erfolgen. Am besten übt sich die Methode gemeinsam. Zur Kariesprophylaxe der Milchzähne ist die Kur hervorragend geeignet. Mit entsprechenden Zusätzen werden sich die Kinder auch geschmacklich rasch an die Prozedur gewöhnen.

Fazit:
Ölziehen ist eine jahrtausendealte Prozedur, um den Körper gesund zu erhalten und Beschwerden auf natürliche Weise zu lindern. Die Kur verlangt Aufmerksamkeit und tägliche 20 Minuten Zeit. Dabei gibt es keine bedenklichen Nebenwirkungen außer eventuell einer vorübergehenden Verstärkung bei vorhandenen Beschwerden. Doch bei regelmäßiger Anwendung wird der Körper entlastet, das Immunsystem gestärkt und die Stressresistenz verbessert.

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