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Schwarze Zahnpasta mit Aktivkohle ist neuerdings der Verkaufsschlager in Sachen Mundhygiene. Wie bei vielen anderen Produkten geht die Denkweise in Sachen Zahnpflege ebenfalls zurück zur Natur.

Die auffallende schwarze Farbe wird hierbei durch den Inhaltsstoff Aktivkohle erzeugt.

Auf dem Markt werden mittlerweile mehrere schwarze Zahncremes angeboten. Zugesichert wird eine behutsame Reinigung, die auch noch kleinere Beschädigungen des Zahnschmelzes reparieren soll. Zudem sollen Verfärbungen wirksam durch Kohlezahnpasta entfernt und die Zähne weißer werden. Angeblich geschieht dies alles ohne Abrasion (Abschmirgeln).

Aber bringen diese außergewöhnlich aussehenden Zahncremes wirklich den versprochenen Nutzen? Deshalb schauen wir heute ein wenig hinter die Kulissen.

Inhaltsstoffe von schwarzer Zahnpasta mit Aktivkohle

 

Hauptbestandteil von schwarzer Zahncreme ist Aktivkohle.

Manche dieser Zahncremes beinhalten zudem Hydroxylaptit. Dieser Inhaltsstoff soll in der Lage sein, Zahnschmelz zu bilden und diesen somit reparieren können. Außerdem steht Titan Dioxid auf der Inhaltsliste, das für weiße Zähne sorgt.

Was ist Aktivkohle und wie wirkt sie auf die Zähne?

 

Aktivkohle ist ein natürlicher Stoff, der beispielsweise aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Substanzen etc. gewonnen wird. Grundstoffe können beispielsweise Holz, Torf, Steinkohle, Knochen, tierisches Blut oder Nussschalen sein.

Da die Oberflächenstruktur von Aktivkohle feinkörnig und porös ist (die Oberfläche kann bis zu 1.500 m² pro Gramm betragen), hat diese sogenannte adsorptive Eigenschaften, wodurch dieser Stoff in der Lage ist, das Vielfache seiner eigenen Größe anzusaugen. Du kannst es mit einem Schwamm vergleichen.

Aufgrund dieser Bindefähigkeit, wird Aktivkohle häufig in der Medizin genutzt. Diese Eigenschaften haben sich Hersteller zunutze gemacht und so soll schwarze Zahncreme Schmutzpartikel auf den Zähnen, die durch Nahrungs- und Genussmittel angelagert werden, aufnehmen und entfernen.

Tatsächliche Wirkung von Aktivkohle Zahnpasta bezüglich Aufnahmefähigkeit

 

Die Idee, Zahnpasta mit Kohle zu versetzen, ist naheliegend: Schon früher, als es noch keine industriell hergestellte Zahncreme gab, wurde Kohle zum Reinigen der Zähne verwendet. Auch in Teilen Afrikas ist das heute noch gängige Praxis.

Aber wie sinnvoll ist dieses ‘back to the roots’ Prinzip für die Zähne wirklich?

 

Zwar besitzt Aktivkohle ein großes Adsorptionsvermögen, allerdings ist dieser Stoff nicht der einzige, der sich in Kohlezahnpaste befindet. Aufgrund weiteren Zutaten darf laut Bericht der Zeitschrift „ÖKO-Test“ vom Januar 2016 und den dort zitierten Äußerungen von Frau Professor Dr. Carolina Ganß, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin, bezweifelt werden, dass Aktivkohle in Zahnpasta tatsächlich wirkt.

Durch besagte Beimischungen dürfte die Aufnahmefähigkeit bereits ausgereizt sein. Somit wäre die schwarze Zahnpasta nicht mehr in der Lage, Ablagerungen und Verschmutzungen zu binden.

Vergleich mit herkömmlicher Zahnpasta und die Auswirkungen auf helle Zähne

 

Gegenüber herkömmlichen Zahncremes, die der Aufhellung der Zähne dienen, hat schwarze Zahnpasta mit Aktivkohle insofern die Nase vorn, da diese nicht mit abrasiven Stoffen (Schleifmitteln) arbeitet und damit den Zahnschmelz nicht schädigt. Whitening Zahncremes bergen daher immer die Gefahr, dass es zu empfindlichen Zähnen kommen kann.

Die aufhellende Wirkung von Kohlezahnpasta wird durch den Inhaltsstoff Titan Dioxid erzielt, der auch als Lebensmittelzusatz E171 bekannt ist. Hierbei handelt es sich um ein Nanomaterial, welches sich wie ein feiner Überzug über die Zähne legt, wodurch eine aufhellende Wirkung erzeugt wird. Dieses Resultat ist jedoch nur vorübergehend, denn schon bei der nächsten Nahrungsaufnahme lässt dieser Effekt nach.

 

Der Lebensmittelzusatzstoff Titan Dioxid (E171) ermöglicht eine außergewöhnlich weiße Farbgebung. Er kommt nicht nur für schwarze Zahnpasta zum Einsatz, sondern auch in Lebensmitteln und Medikamenten.
Von offizieller Seite gilt dieser Farbstoff zwar als unbedenklich, ob dies tatsächlich der Fall ist, darf jedoch bezweifelt werden.

Wenn man den wissenschaftlichen Ausführungen der Fachzeitschrift Scientific Reports folgt, werden die winzigen Nanopartikel nicht, wie behauptet, vom Körper ausgeschieden, sondern können ohne Probleme über die Blutbahnen in Organe und ins Gehirn gelangen. Auf diese Weise soll sich das Krebsrisiko erhöhen.

Splat blackwood Whitening Zahnpasta – meine Erfahrungen

 

Laut Herstellerangaben ist die blackwood Zahnpasta eine natürliche Whitening Zahncreme, die ohne Fluorid und ohne Peroxid auskommt. Stattdessen besitzt sie einen Wirkstoffkomplex aus Aktivkohle sowie Auszügen der Wacholderbeere, die eine entzündungshemmende Wirkung besitzt.

Die Splat blackwood soll die Zähne nicht nur um ein bis drei Stufen schonend aufhellen, sondern außerordentliche Atemfrische und einen aktiven Schutz gegen Bakterien und Beläge bieten. Außerdem soll diese fluoridfreie Zahncreme aufgrund einer pH-neutralisierenden Wirkung die Gesundheit der Mundflora unterstützen.

Die Aktivkohle wird aus karelischer Maser Birke gewonnen, woher vermutlich der Name „blackwood“ abgeleitet wird. Die blackwood Zahnpasta beinhaltet 75 ml und der Preis liegt bei 10,00 Euro.

 

Beim ersten Auftragen der Zahpasta auf die Bürste sticht natürlich die ungewöhnliche Farbe ins Auge. Hier einmal gaaaanz langsam zum miterleben:

Wie bei allen schwarzen Zahncremes ist auch hier die Farbe zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Der Geschmack ist angenehm, wobei man trotz des Namens ‚Black Mint‘ die Wacholderbeeren rausschmeckt.

Die Zahnpasta schäumt stark und ist ergiebig. Allerdings habe ich mir das Putzerlebnis anfangs noch ’schwärzer‘ vorgestellt. Am Anfang ist der Schaum noch dunkel grau, wenn sich nach etwas Putzen mehr Schaum gebildet hat ist dieser jedoch nur noch leicht gräulich.

Die Zahnpasta hinterlässt ein glattes Gefühl auf den Zähnen.  Ob die Zähne nach regelmäßigen Putzen durch die Aktivkohle heller werden, kann ich noch nicht beurteilen. Die vielen Rezensionen, die ich bis jetzt gelesen habe, gehen da auseinander. Viele Nutzer berichten von deutlich weißeren Zähnen nach ca. 2 Wochen, bei anderen hat die Zahncreme keinen Effekt.

Mir hat die Splat Blackwood Zahnpasta gefallen, weil die schwarze Farbe das doch sonst eher eintönige Zähneputzen ein bisschen spannend gemacht hat – bis man sich an die ungewöhnliche Farbe wieder gewöhnt hat. Aber alleine dafür lohnt es sich, einmal eine schwarze Zahnpasta auszuprobieren.

Auf Dauer werde ich die Splat blackwood nicht verwenden. Einerseits auf Grund des nicht enthaltenen Fluorids, andererseits bin ich mit dem Weiß meiner Zähne momentan zufrieden!

Die Alternative: Curaprox Black is White

 

Für alle, die aus irgendeinem Grund an schwarzer Zahnpasta mit Aktivkohle interessiert sind, aber nicht die von mir getestete splat blackwood ausprobieren möchten, stelle ich hier noch eine Alternative vor: Curaprox Black is White.

Diese schwarze Zahncreme ist ebenfalls freundlich zum Zahnschmelz, denn der Zusatzstoff Hydroxylapatit legt sich wie ein dünner Film darauf. Auf diese Weise sollen kleine Löcher aufgefüllt werden.

Die Curaprox Black is White besitzt eine leicht kühlende Wirkung und hat einen erfrischenden Geschmack. Das versprochene Limonenaroma ist allerdings laut einiger Kunden schwerlich zu erkennen.

 

Auch diese schwarze Zahnpasta soll die Zähne etwas heller machen. Dies geschieht aufgrund Herstellerangaben mittels eines physikalischen Blaufilters auf optische Weise. Wie bei allen schonenden Methoden benötigt man auch hier Geduld, bis sich eine leicht aufhellende Wirkung zeigt.

 

In dieser Zahncreme ist Natriumfluorid enthalten, welches vor Karies schützen soll. Dies ist jedoch umstritten. Außerdem gibt der Hersteller den RDA-Wert (Abriebwert) mit 50 an, bei herkömmlichen Whitening-Zahncremes liegt dieser meist bei 140 und höher, diese sollten dann aber auch nur für kurze Zeit verwendet werden.

 

Die Black is White kommt ohne SLS (Sodium Lauryl Sulfate), Triclosan und Bleichmittel aus. Auch macht sich diese Zahnpasta mit Aktivkohle ein enzymatisches System zunutze. Hierbei handelt es sich um natürliche Stoffe, die im Speichel enthalten sind und vor Bakterien, Karies und Pilzerkrankungen im Mundraum schützen.

Die Black is White wird im Set mit einer Zahnbürste angeboten und liegt preislich bei 27,50 Euro. Der Inhalt beträgt 90 ml.

Das solltest du beim Zähneputzen mit einer schwarzen Zahncreme beachten

Das Putzen mit Kohlezahnpasta unterscheidet sich zwar nicht wesentlich vom Putzen mit herkömmlichen Zahncremes, dennoch solltest du einige Dinge beachten.

Empfehlenswert ist es, helle Kleidung vor Spritzern zu schützen, denn diese fallen um einiges mehr auf, als dies bei hellen Zahncremes der Fall ist. Besonders bei einem geschäftlichen Termin könnte dies rasch peinlich werden, wenn du mit einer gesprenkelten Bluse bzw. Hemd ankommst.

 

Die Tatsache, dass dunkle Zahncreme Spuren hinterlässt, macht es erforderlich, dass du dein Waschbecken nach dem Zähneputzen säubern musst. Überprüfe bitte auch dein Gesicht, nachdem du dir die Zähne mit einer Aktivkohle Zahnpasta geputzt hast.

 

Empfehlenswert ist es zudem, dass du deine Zähne nach Beendigung des Putzvorganges sehr gründlich ausspülst, da sich ansonsten Rückstände am Zahnfleischsaum ablagern können.

 

Außerdem ist zu erwähnen, dass sich die Borsten der Zahnbürste, falls du nicht die vom Hersteller beigelegte schwarze Bürste verwenden möchtest, durch die Aktivkohle Zahncreme verfärben können.

Fazit: Kurzzeitig interessant, auf Dauer wenig empfehlenswert

 

Hundertprozentig konnte die schwarze Zahncreme nicht überzeugen.

 

Zwar ist diese Zahnpasta für den Zahnschmelz schonender, aber die aufhellende Wirkung ist letztendlich nicht so überzeugend, wie die Werbung verspricht.

 

Hinzu kommt, dass die Inhaltsstoffe im Hinblick auf Natürlichkeit und gesundheitlicher Unbedenklichkeit auch nicht wirklich überzeugen konnten.  Das ist aber bei den meisten herkömmlichen Zahncremes ebenfalls der Fall, daher solltest du dir ein eigenes Urteil bilden, wenn dich der hohe Preis nicht abschreckt.

 

Zu bedenken ist jedenfalls, dass die zum Einsatz kommende Aktivkohle aufgrund des Herstellungsverfahrens nicht unbedingt so natürlich ist, wie uns weißgemacht werden soll.

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