Die Zähne mit Öl putzen? Das klingt ein wenig surreal und nach Ökofreak. Tatsächlich ist Zahnöl eine interessante und vor allem gesundheitlich unbedenkliche Alternative für alle, die konventioneller Zahnpasta Adieu sagen wollen.

Doch auch zahnende Babys können von der Wirksamkeit ätherischer Öle profitieren, was Eltern und Kinder entspannter durch diese herausfordernde Phase kommen lässt.

Ayurvedische Prinzipien kombiniert mit moderner Zahnpflege

Öl zum Zähneputzen zu verwenden mutet zunächst einmal etwas seltsam an. Doch dahinter verbirgt sich eine Methode, die dem ayurvedischen Ölziehen abgeschaut ist.

Traditionell wird das Öl täglich zur Entgiftung eingesetzt. Ein paar Minuten im Mund binden Bakterien, stärken Zähne und Zahnfleisch und verleihen frischen Atem. Öl für die Zähne verbindet nun die Vorteile einer bakteriellen Entgiftung mit Mundpflege, denn es kann auch anstelle von Zahnpasta benutzt werden.

Gerade die handelsübliche Zahnpasta steht immer wieder im Kreuzfeuer. Die meisten Produkte aus dem Supermarkt und der Drogerie enthalten gefährliche Stoffe wie Fluoride, Triclosan oder Natriumlaurylsulfat. Schleifmittel greifen zudem die Zahnsubstanz an. Wer ohne Chemie Zähne und Mund pflegen möchte, ist auf pflanzliche Alternativen angewiesen.

Beim Öl für die Zähne übernehmen pflanzliche Stoffe die Reinigung, die enthaltenen ätherischen Öle geben zusätzlich einen frischen Atem. Wie beim ayurvedischen Öl auch, darf das Mundpflegemittel nach der Verwendung nicht heruntergeschluckt werden.

So funktioniert die Anwendung

 

Für eine umfassende Mundhygiene wird ein kleiner Schluck des Öls in den Mund genommen und dort etwa für zehn bis fünfzehn Minuten sanft hin und her gespült, zwischendurch kann versucht werden, das Öl zu kauen. Das garantiert, dass wirklich alle Stellen im Mund inklusive der Zahnzwischenräume gereinigt werden.

Die ätherischen Öle stärken zudem das Zahnfleisch, was zum Beispiel unterstützend bei beginnendem Zahnrückgang wirkt, der durch Parodontitis oder Bakterien verursacht wird. Wird das Öl regelmäßig zur Mundhygiene angewandt, können auch hartnäckige Verfärbungen, die durch Kaffee, Tee oder Nikotin entstanden sind, verschwinden und die Zähne werden wieder weißer.

Das Öl pflegt nicht nur, sondern eignet sich auch hervorragend zur Entgiftung des Körpers. Rückstände sollten nicht in der Toilette oder dem Waschbecken entsorgt werden, da viele giftige Stoffe enthalten sind, die sonst in den Wasserkreislauf geraten. Am besten wird das Öl nach der Anwendung auf ein Papiertuch gespuckt und in den Müll geworfen.

Hilft auch Babys beim Zahnen

 

Neben dem Mundpflegeprodukt gibt es auch eine Variante dieses Öls, das sich bei zahnenden Babys als Segen herausgestellt hat.

Babys bekommen die ersten Zähnchen bereits um den fünften oder sechsten Lebensmonat herum. In der Regel zeigen sich zuerst die oberen oder auch unteren Schneidezähne. Doch bevor diese zu sehen sind, treten Anzeichen wie rote Backen, verstärkter Speichelfluss oder ein geschwollener Kiefer auf. Manche Kinder haben auch ständig die Finger im Mund.

Während die einen Babys überhaupt keine Probleme beim Zahnen haben, wird diese Zeit für andere Säuglinge zur Tortur. Doch wie kann man den Kindern helfen? Zahnöl für Babys ist in der Lage, Linderung verschaffen. Im Gegensatz zu den Produkten für Erwachsene erfolgt die Anwendung jedoch äußerlich. Das Öl wird mehrere Male auf die warme Wange des Babys gerieben und leicht einmassiert, so angewendet, wirkt das Öl auf zahnende Babys erwärmend, wohltuend und entspannend.

Wer das Produkt mehrmals am Tag anwendet, kann beobachten, wie das Kind immer ruhiger wird, oftmals unmittelbar nach dem Auftragen. Wenn draußen die Sonne scheint, sollte das Öl nicht unter freiem Himmel aufgetragen werden. Manche Eltern machen den Fehler, das Öl direkt auf die durchbrechenden Zähnchen zu tupfen.

Zahnpflegeöle für Babys sind ausschließlich zur äußeren Anwendung bestimmt!

Welche Öle werden für zahnende Babys benutzt?

 

Die Bahnhof Apotheke in Kempten im Allgäu vertreibt das Zahnöl nach Ingeborg Stadelmann für Babys, das jedoch bundesweit über Onlineshops und Apotheken bezogen werden kann.

Viele Hebammen empfehlen das Produkt und wenn man sich durch die Diskussionsforen und Kundenbewertungen quer liest, scheint das Öl nach Ingeborg Stadelmann zahnende Babys tatsächlich sofort ruhiger zu machen und ihre Schmerzen zu lindern.

Enthalten sind die ätherischen Öle von römischer Kamille, Lavendel und Johanniskraut. Das Basisöl ist eine Mischung aus Olivenöl- und Nachtkerzenöl.

Das Zahnöl von Ringana ersetzt Zahnpasta und Mundspülung

 

Ringana Zahnöl entstand, weil Firmeninhaber Andreas Wilfinger höchst unzufrieden mit seiner Zahnpasta war. Das Produkt der Naturkosmetikfirma hat mittlerweile so etwas wie Kultstatus erreicht.

Öle aus Minze, Sternanis, Javanischem Gelbwurz, Zimt und Eukalyptus wirken nicht nur antibakteriell, sondern durch die im Produkt enthaltenen Putzkörper erfolgt eine sanfte Reinigung der Zähne, die sowohl optimal vor Karies und Paradontose geschützt werden. Bei der Anwendung kommt übrigens eine Zahnbürste ins Spiel.

Nachdem das Öl erst genüsslich durch die Mundhöhle und die Zahnzwischenräume gezogen wurde, werden die Zähne mit einer leicht angefeuchteten Zahnbürste geputzt. Am Ende wird alles mit Wasser ausgespült. Eine Mundspülung entfällt, denn den frischen Atem gibt es nebenbei dazu. Das Ringana Öl ist auch ideal für unterwegs, denn es reicht, ein paar Spritzer in der Mundhöhle zu verteilen.

Zahnpflegeöle einfach selbst machen

 

Zahnöl selber machen ist eine Alternative für alle, die nicht auf Produkte aus dem Fachhandel zurückgreifen können oder wollen. Die Herstellung ist denkbar einfach, denn es werden nur 100 ml pflanzliches Öl und 30 bis 40 Gramm frische Kräuter benötigt.

Für die Ölbasis eignet sich z. B. Olivenöl gut, die Kräuterzutaten wachsen oft im heimischen Garten. Im Prinzip kann jede Heilpflanze verwendet werden, die einen starken Geruch absondert, wenn sie zwischen den Fingern zerrieben wird. Denn das ist ein Zeichen für eine antibakterielle, entzündungshemmende Wirkung.

Pfefferminze und Salbei wären solche Kräuter, aber besonders gut geeignet ist auch Petersilie. Denn die vertreibt zusätzlich Mundgeruch und unterstützt den natürlichen Entgiftungsprozess über die Schleimhäute.

Ob nur eine Sorte Kräuter oder eine Mischung verwendet werden, ist dem individuellen Geschmack überlassen. Die Kräuter werden grob vorgehackt und dann in das Öl gegeben. Anschließend wird die Mischung mit einem Stabmixer oder der Mixvorrichtung einer Küchenmaschine auf höchster Stufe gemixt. Sobald alle Kräuter fein zerkleinert sind und eine dünne, gleichmäßig aussehende Paste entstanden ist, kann die Mixtur in ein sauberes Glas umgefüllt werden.

Falls ein paar kleine Kräuterstücke noch in der Paste sind, ist das nicht weiter tragisch, diese unterstützen die Reinigungswirkung eher. Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich das selbst gemachte Öl mindestens vier bis sechs Wochen.

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